Pflanzenbestimmung

mit Rita Lüder

 

Im Anschluss an den Wildkräuterkongress bot Rita Lüder, die extra für den Kongress aus Niedersachsen angereist war, eine Fortbildung zum Thema „Bestimmung von Blattrosetten und ersten Austrieben“ an. Die Fortbildung fand im Kochertal bei Schwäbisch Hall statt und es wurden unterschiedliche Standorte buchstäblich unter die Lupe genommen.

Vormittags wurden die Wiesen am Kocherhang begutachtet. Nach dem Mittagessen ging es weiter in das nahe gelegene Grimmbachtal. Dort flossen am 29.5.2017 die Wassermassen des Starkregens durch und verwandelten die Wald- und Wiesenaue in eine Geröllfläche, die ansonsten nur aus den Bergen bekannt ist. Die vor einem Jahr völlig kahle Fläche erstaunte durch die vielen verschiedenen vorkommenden Arten und auch durch die neugeschaffenen Pflanzenkombinationen. So wuchs an einer Stelle der, noch vor der Flut bereits da gewesene Bärlauch neben der, ansonsten nur auf trockenen, steinigen Flächen vorkommende Königskerze.

Rita Lüder stellte die besonderen Merkmale der einzelnen gefunden Pflanzen vor und schulte somit den Blick für die feinen Unterschiede.

 

 

Insektenfreundlicher Garten

Nachdem von Mitgliedern der Wunsch geäußert wurde, etwas über Insekten und ihr Leben zu erfahren, wurde eine Besichtigung eines insektenfreundlichen Gartens am 28. April organisiert. Der Biologe Dieter Bock hat vor vielen Jahren damit begonnen seinen hängigen Garten in einen Lebensraum für Schmetterlinge, Heuschrecken, besondere Schnecken, Käfer und Fliegen zu verwandeln. Dazu deckte er den bisher mit artenarmen Rasen bewachsenen Hang mit schwarzer Folie ab und wartete einen Sommer lang bis die Pflanzen und Wurzeln des bisherigen Bewuchs abgestorben waren. Danach pflanzte er gezielt Blütenpflanzen an, die Nahrungs- und Lebensstätten für unterschiedliche Insekten sind. Die ersten Blüten erscheinen in seinem Garten im Spätwinter durch Schneeglöckchen und Winterlinge. Dann blühen die Küchenschellen, die Waldanemonen und der nach Nelken duftende Rosmarin-Seidelbast. Ende April leuchtet die ungefüllte kaukasische Pfingstrose, die von Junkerlilie, dem duftenden Diptam, Färberkamille und Breitsamen abgelöst wird. Im Herbst beenden die Alpenveilchen im Schatten der Sträucher die Blütenpracht. Die Blüten werden intensiv von vielen Wildbienen, Fliegen, Käfern und Schmetterlingen aller Größen besucht und er kann vielen seltenen Arten ein neues Zuhause bieten.

Der Nachmittag im Garten von Herrn Bock war sehr interessant. Allerdings ändern sich die vorkommenden Insekten im Laufe des Jahres und um einen Gesamtüberblick zu bekommen, wäre ein Besuch zu verschiedenen Jahreszeiten und wohl auch Tageszeiten notwendig.

 

Am 1. April 2017 fand in der Waldorfschule in Schwäbisch Hall der 2. Baden-Württembergische Wildkräuterkongress statt. Eingeladen hatte der Verein der Kräuterpädagogen Baden-Württemberg. Nachdem der erste Kongress im Jahr 2015 ein großer Erfolg war, fiel die Entscheidung leicht, wieder eine Veranstaltung anzubieten. Mit 200 Besuchern aus Baden-Württemberg und den angrenzenden Ländern und Bundesländern war der Kongress ausgebucht. Am Vormittag fanden Vorträge statt, nachmittags konnte an Workshops teilgenommen werden. In der Mittagspause gab es die Möglichkeit Stände, die Produkte und Informationen zum Thema Wildpflanzen anboten, zu besuchen.

Schirmherrin Dr. Julia von Berlichingen wünschte der Veranstaltung einen guten Verlauf und war von der großen Anzahl kräuterinteressierter Teilnehmer überrascht. Ihre ersten prägenden Erfahrungen mit Wildpflanzen machte sie während ihres Studiums der ökologischen Landwirtschaft. Herr Schorpp begrüßte die Gäste im Namen der Stadt Schwäbisch Hall und verwies auf das Stadtarchiv, in dem es kostbare Originalausgaben von Kräuterbüchern gibt. Es lud zu einem Besuch der Stadt und des Archivs ein.

Als Auftakt des Kongresses, der unter dem Gedanken „Wildpflanzen – früher und heute“ stattfand, erzählte Ursel Bühring aus ihrem Leben und von ihrer reichhaltigen Arbeit mit Pflanzen. Danach stellte Felicia Molenkamp die Bedeutung von Pflanzen in der Menschheitsgeschichte und die Wirkung auf den menschlichen Körper vor. Als letzter Vortrag lenkte Rita Lüder den Blick von den Pflanzen auf und in den Boden. Sie stellte mit eindrucksvollen Bildern das faszinierende Miteinander von Pflanzen und Pilzen vor.

Nach der Mittagspause gab es ein buntes Programm an Workshops, das die Teilnehmer besuchen konnten. Die Referentinnen des Vormittags boten Kurse an, in denen sie vertiefend auf ihre Vorträge eingingen. Ursel Bühring hatte das Thema Heilpflanzenkuren ausgesucht. Sie gab hilfreiche Tipps in Theorie und Praxis. Felicia Molenkamp stellte ihr Buch Kräuter-Biotika vor, in dem die Pflanzeninhaltsstoffe genau betrachtet werden. Rita Lüder ging mit Hilfe von Karten spielerisch an das große Thema der Pilze heran und stellte sich dann den Fragen der Teilnehmer. Die anderen Workshops wurden von Kräuterpädagogen ausgerichtet. Doris Öppling ging mit ihrer Gruppe auf die Wiese und bestimmte vor Ort die ersten Frühlingskräuter. Luise Denninger betrachtete Wildkräuter unter dem Aspekt der Verwendung in der Küche. Besonders eindrücklich war die Vorstellung ihres selbst entworfenen Mini-Räucherofens. Marina Westermann bot Einblicke in die Hautpflege mit Kräutern an. Sie gab Beispiele für die Verwendung von Wildpflanzen zur Unterstützung des Stoffwechsels der Haut. Edgar Winter zog in der Umgebung des Veranstaltungsortes von Baum zu Baum und nahm die Teilnehmer auf eine Reise in alte Überlieferungen von Bäume und Pflanzen mit.

Nach den Workshops gab es für alle Teilnehmer eine Kurzvorstellung der einzelnen Angebote, um ebenfalls etwas über die anderen Themen, an denen nicht teilgenommen werden konnte, zu erfahren. Der Tag war angefüllt mit viel Wissen über Pflanzen und unter den Teilnehmern fand ein reger Austausch über das gemeinsame, verbindende Thema Wildpflanzen und vermutlich auch noch über vieles andere mehr, statt. Es kam der Wunsch auf, dass es in der Zukunft wieder einen Kongress geben soll.

Herzlichen Glückwunsch an unsere frischgebackenen Wildpflanzenpädagogen. November 2016


 

Die erste Ausbildung, die im Rahmen unseres Vereins stattgefunden hat, ist abgeschlossen. 15 neue Wildpflanzenpädagoginnen dürfen wir in unseren Reihen aufnehmen.

Ein aufregendes Ausbildungsjahr geht für beide Seiten zu Ende.

Viel Arbeit und Herzblut ist in diese_ Ausbildung von unserer Seite aus geflossen. Der große Lerneifer unserer Teilnehmerinnen und viele schöne Ausbildungserlebnisse haben uns alle erfreut.

10 Ausbildungstage im schönen Wildberg liegen hinter uns. Theorie und Praxis wollten sinnvoll und erfolgreich verknüpft werden – eine große Aufgabe  - die Ergebnisse erfreuen uns sehr.

Alle 15 Teilnehmerinnen haben erfolgreich abgeschlossen.

Vielen Dank an den Wissendurst und das Engagement der Teilnehmerinnen. Danke an alle Dozentinnen für ihren Einsatz, ihr Engagement und ihren Idealismus.

Wir blicken freudig zurück und nach vorn.

 

Verabschiedung unseres langjährigen 1. Vorstands Helga Hennebold...danke für die wertvolle geleistete Arbeit ...wir werden dich vermissen

Unsere Karin Öchseln im ZDF-Drehscheibe...ab Minute 31.......

http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2858578/drehscheibe-am-14-Oktober-2016

 

Der Herbst naht - nicht nur in Horb .

Hier eine tolle Veranstaltung unserer Kollegin Anneliese Braitmaier.

Gastronomie der besonderen Art.

http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.horb-a-n-hagebutte-und-co-locken.7db61c9e-43a8-4385-96e7-774f17472d06.html

 

 

Der Spätsommer schickt seine Sonnenstrahlen und erfreut uns.

 

 

 

 

Hier noch mal ein paar Eindrück von unserem ersten Kongress.

Erster baden-württembergischer Wildkräuterkongress

 

Am Samstag 18. April 2015 um 9:40 Uhr war es endlich soweit – unser erster Wildkräuterkongress in der Waldorfschule in Schwäbisch Hall begann. Claudia Nafzger, die Leiterin der Geschäftsstelle der Kräuterpädagogen Baden-Württemberg E.V. eröffnete die Veranstaltung mit der Begrüßung der Besucher, die aus dem gesamten süddeutschen Raum – von Niederbayern bis Darmstadt – angereist waren. Besonders hervorgehoben wurde Gerlinde Kretschmann, die das Amt der Schirmherrin der Veranstaltung inne hatte. Danach sprach die Vorsitzende des Vereins der Kräuterpädagogen Helga Hennebold ihre Grußworte und stellte den Tagesablauf vor.

Gerlinde Kretschmann war die erste Rednerin am Vormittag. Der Kontakt zu den Kräuterpädagogen entstand im vergangenen Jahr bei einer Veranstaltung zum Thema Schulgärten, an der sie gemeinsam mit Claudia Nafzger teilnahm. Frau Kretschmann erzählte, dass sie gerne die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen hatte, denn Wildkräuter und das Wissen über Pflanzen liegen ihr sehr am Herzen. Hautnahe Erfahrungen macht sie mit den wilden Pflanzen in ihrem Garten und am intensivsten ist dort die Auseinandersetzung mit dem Giersch. Daraufhin ging ein Lachen durch den Saal – wer kennt dieses Thema nicht! Aber das Resümee ihrer Rede war, dass sie die sogenannten Unkräuter nun in Edelkräuter umbenennt. Der erste Schritt, um mit dem Giersch Frieden zu schließen.

Anschließend hielt Dr. Markus Strauß, Biologe und Buchautor, einen Vortrag mit dem Thema: „Essbare Wildpflanzen als Zukunftschance: Ehrliche Lebensmittel, Gesundheitsvorsorge, Umwelt, Landwirtschaft“. Herr Strauß schaffte es, dass seine Begeisterung für die Wildpflanzen auf die Besucher der Veranstaltung überschwappte. Seine Vision von Wildpflanzenäckern am Stadtrand wird zum Greifen nahe und hoffentlich bald Realität.

An diesen sehr emotionalen Beitrag schloss der Vortrag von Dr. Rita Lüder, ebenfalls Biologin und Buchautorin, an. Faszination Wildkräuter. Ihr Lebensthema sind ebenfalls die Wildkräuter. Allerdings geht es bei ihr mehr um Pflanzenkenntnisse und das Wissen über die Pflanzen. Rita Lüder stellte anhand von Fotos und selbstgezeichneten Bildern prägnante Unterscheidungsmerkmale von Pflanzen vor. Sie kann diesen naturwissenschaftliche Stoff so in die Alltagssprache übersetzen, dass er für jede Person verständlich ist.

Nach diesen geballten Informationen am Vormittag gab es eine zwei stündige Mittagspause, in der ein vollwertiges vegetarisches und veganes Mittagessen angeboten wurde. Zeitgleich bestand die Möglichkeit den Marktplatz, bestehend aus Ständen, die sich selbst oder ihre Produkte vorstellten, zu besuchen. Dabei waren unter anderem die Arbeitsgemeinschaft für gesunde Lebensweise Schwäbisch Hall e.V., AnimaPlanta – das Heilpflanzenzentrum für Mensch und Tier aus Lorch und die Kolleginnen vom Verein Bauerngarten- und Wildkräuterland Baden vertreten. Das Angebot war groß – der Gesprächsbedarf untereinander auch. Kontakte wurden unter den Besuchern leicht geschlossen.

Die Mittagspause verging wie im Fluge. Am Nachmittag standen Workshops auf dem Programm. Die Besucher hatten sich bei der Anmeldung einen Workshop, den sie besuchen wollten, aussuchen können. Die Verteilung hat erstaunlicherweise so geklappt, dass fast alle Besucher an ihrem Wunschworkshop teilnehmen konnten.

Folgende Workshops wurden angeboten:

  • KräuterGärten der Zukunft mit Markus Gastl. „Wildkräuter als beispielhafte Wegweiser für naturnahe Gärten“.

  • Gesunde Ernährung mit Wildpflanzen mit der Ernährungsberaterin Gertrud Lehner-Laiss. „Wie uns Wildpflanzen dabei unterstützen, unsere Gesundheitzu erhalten oder zu verbessern“.

  • Wunder der Pflanzenwelt mit Dr. Rita Lüder. „Wissenschaftliche Wildpflanzenbestimmungen, die Freudemachen und die Neugierde auf mehr wecken“.

  • Kräuterwissen vermarkten mit Claudia Nafzger, Leiterin der Geschäftsstelle der Kräuterpädagogen. „Wertvolle Praxistipps zur Vermarktung eigener Ideen, Produkte und Leistungen“.

  • Blühende Landschaft - Lebensgrundlage für Pflanze,Tier und Mensch! mit Maik Romeikat von Mellifera e.V.. „Tipps zum Anlegen von Blühflächen in Ihrem Umfeld“.

  • Biologischer Anbau von Wildkräutern und Wildrosen mitReinhold Schneider, Kräuter- und Rosenbauer. „Spannende Einblicke in die jahrelangen Erfahrungen“.

  • Smoothies- grün und wild! mit Dr. Markus Strauß. „Geeignete Pflanzenarten und deren richtige Zubereitung im Smoothie. In Theorie und Praxis Wildes lecker gemixt“.

  • Fit in den Frühling - Wildkräuter in der Praxis mit Monika Wurft, Vorstand Bauerngarten- undWildkräuterland Baden e.V.. „Lebendige Vertiefung und Auffrischung des Kräuterwissens unserer heimischen Frühlingskräuter“.

    Nach den Workshops, die in unterschiedlichen Räumen der Schule stattfanden, trafen sich alle Teilnehmer wieder im großen Saal. Dort gab es dann Kurzzusammenfassungen der einzelnen Workshops, damit die Besucher auch etwas von den anderen Themen erfahren konnten.

    Nachdem die Workshops vorgestellt waren, wurden die zukünftigen Projekte des Vereins der Kräuterpädagogen verkündet. Es ist geplant, den Kongress zu wiederholen, allerdings erst in 2 oder 3 Jahren. Für nächstes Jahr ist vorgesehen, selbst eine mehrtägige Fortbildung zum Thema Wildkräuter anzubieten. Es sollen dabei die Grundkenntnisse der Botanik, die wichtigsten Pflanzen in unserer Umgebung, pflanzliche Inhaltsstoffe, Verarbeitung, die Ernährung mit Wildpflanzen und noch einiges mehr vermittelt werden.

    Nach den Schlussworten und  den guten Wünschen für den Nachhauseweg wurde die Veranstaltung beendet und mit ihr ging ein ausgefüllter, ereignisreicher, beglückender und spannender Tag zu Ende.

    Danke an alle die dabei waren.

Vielen Dank

ihre Kräuterpädagogen Baden-Württemberg e.V.

 

 

 

Hier noch ein Fernsehtipp

SWR am 3. April - Karfreitag - um 18.30 Uhr. Titel: Kräuterfrauen aus dem Schwarzwald: Heilsames aus der Natur

Mitgewirkt haben unsere Kolleginnen aus Südbaden.

 

 

Das Kräuterjahr ist mit den ersten grünen Wildkräutern an den Start gegangen.

Je nach Region konnten schon Gartenschaumkraut, Vogelmiere, Bärlauchspitzen und einiges mehr geerntet werden.

 

 

In den nächten Wochen werden weitere Termine im Kalender dazu kommen, schauen sie immer mal rein bei uns.

 

 

 

 

 

 

Landwirtschaftliches Hauptfest in Stuttgart

 

Wir sind dabei, am Samstag den ganzen Tag in Halle 1.

Um 12.00 Uhr zusätzlich noch auf der Bühne für das Mittagsmagazin.

 

Naturlandschaften  06.12.13

Fachleute begrüßen wachsende Beliebtheit von Naturprodukten auf Kräuterbasis bei Fachtagung des Netzwerks Kräuter BW an Universität Hohenheim

 

 

 

 

Derzeit melden Produktionsfirmen bis zu zweistellige Umsatzzuwächse bei Naturprodukten auf Kräuterbasis. Ein Trend, der auch aus Sicht des Naturschutzes zu begrüßen sei, so ein Ergebnis der laufenden 3. Fachtagung des Netzwerks Kräuter an der Universität Hohenheim. Vor allem Baden-Württemberg habe sich zu einem ausgewiesenen Produktionsstandort entwickelt. Hier habe sich die Arbeit des Wildkräutersammlers als eigenständiges Berufsbild etabliert. Laien ohne fundierte Ausbildung rät das Netzwerk allerdings dringend vom Wildkräutersammeln ab, weil sonst der Schaden den Nutzen schnell übertreffen könnte.

Eisenhut bei Erkältung, Arnika gegen stumpfe Verletzungen, Weißdorn gegen Herzleiden, Sonnentau bei Husten: Wildkräuter heilen, verwöhnen, schmecken – und wachsen vor allem auf artenreichen, ökologisch wertvollen Flächen.

„Derzeit erfahren Produkte mit Wildkräutern wie Kosmetika und Heilmittel eine zunehmende Beliebtheit. Das unterstützt auch den Erhalt der hoch sensiblen Flächen, auf denen Wildkräuter wachsen, da diese so einen zusätzlichen gesellschaftlichen Wert erhalten“, erklärt Dr. Sabine Zikeli, Koordinatorin für ökologischen Landbau und Verbraucherschutz der Universität Hohenheim am Rande der heutigen Fachtagung des Netzwerks Kräuter BW.

Die Tagung, ausgerichtet vom Netzwerk Kräuter BW und der Universität Hohenheim, versteht sich als Treffpunkt für Kräuterspezialisten aus ganz Baden-Württemberg. Dabei werden aktuelle rechtliche Änderungen, Forschungsergebnisse und persönliche Erfahrungsberichte vorgetragen und zusammen gebracht.

  • Hohe Umsatzzuwächse / Baden-Württemberg und Bayern als wichtige Produktionsstandorte

Gerade Baden-Württemberg sei sowohl Heimat vieler wichtiger Wildkräuter als auch ein ausgewiesener Standort für Unternehmen, die Naturprodukte produzieren. Mit WELEDA (Schwäbisch Gmünd), Staufen Pharma (Göppingen), WALA (Bad Boll) oder der DHU (Deutsche Homöopathie-Union) und Fa. Schwabe in Karlsruhe haben sich einige der bedeutendsten Firmen in diesem Wirtschaftszweig im Ländle angesiedelt.

Dass sich der Wirtschaftszweig derzeit gut entwickle, bestätigt zum Beispiel auch Konferenzteilnehmer Michel Straub, Artenschutzbeauftragter und Leiter des Heilpflanzenanbaus der Firma WELEDA. Laut ihm liegen die aktuellen Umsatzzuwächse im zweistelligen Bereich.

  • Bedarf schafft Wildkräutersammler als Berufsbild

„Deren Bedarf ist groß genug, dass es schon immer hauptberufliche Wildkräutersammler gibt“, in manchen Regionen unserer Erde lebten ganze Volksgruppen von Wildsammlung, berichtet Dr. Zikeli. Deren Tätigkeit ist durchaus anspruchsvoll: „Wildkräutersammler brauchen eine detaillierte Sachkenntnis. In manchen Gebieten – wie im Naturschutzgebiet – ist das Sammeln generell tabu. Manche Pflanzen – wie Enzian als Heilpflanze für Magenbeschwerden – sind so stark gefährdet, dass sie auf der roten Liste stehen und deshalb in Anbau genommen werden.“

Teilweise müssten Wildkräuter wie Sonnentau aus anderen Ländern wie Skandinavien importiert werden, in denen sie nicht gefährdet sind. „An der Universität Hohenheim vergeben wir deshalb auch immer wieder Abschlussarbeiten, die untersuchen, wie sich bestimmte Wildpflanzen in Garten- oder Feldkulturen auch anbauen lassen“, sagt Dr. Zikeli. Weil sich diese Kräuter in ihren Bedürfnissen jedoch stark von Kulturpflanzen unterschieden, sei dies ein sehr schwieriger Prozess: „Die professionelle Wildsammlung wird deshalb noch lange von Bedeutung sein.“

  • Problematisch: Privatsammler

Ungeschulte Laiensammler hingehen sieht die Expertin der Universität Hohenheim eher problematisch. „Laiensammlung kann sehr schnell zur Gefahr für den Naturschutz und für die eigene Gesundheit werden.“

Zum einen gebe es sehr vielseitige Vorschriften, die in allen Bundesländern variieren. Auch das notwendige Wissen über die Kräuter selbst sei nicht zu unterschätzen.

„Viele Kräuter sehen ähnlich aus, unterscheiden sich optisch quasi nur in den Details“, erklärt Dr. Zikeli. „Das kann aber sehr gefährlich werden. Beispielsweise sehen Bärlauch und Herbstzeitlose fast identisch aus. Aber während Bärlauch ein schmackhaftes Gewürzkraut ist, kann es durch die Herbstzeitlose zu schweren Vergiftungen kommen.“

  •  Experten raten zum Kurs bei Kräuterpädagogen

Denjenigen, die trotzdem selbst sammeln möchten, empfiehlt Sabine Zikeli ein Seminar bei einem Kräuterpädagogen. Diese ausgebildeten Kräuterexperten schulen die Teilnehmer nicht nur in Kräuter-Fragen und Gefahren beim Sammeln, sondern machen sie auch auf mögliche juristische Konsequenzen aufmerksam.

 

siehe auch Pressemitteilung der Uni Hohenheim 06.12.2013

 

 

Uni Hohenheim

eine besondere Führung von Herrn Prof Steiner in den Ferien für uns.

Vielen Dank für den sehr interessanten Nachmittag in den Gärten der Uni Hohenheim. Bäume und Geschichten und jede Menge Herzblut und Freude an der Arbeit.

Da wurde vielen von uns wieder bewußt wie viel Mühe aber auch Freude in so eine Gartengestaltung fließt und auch die Zeitspannen der Bäume haben uns beeindruckt.

Vielen Dank an Herrn Professor Steiner und Ingrid Kleiner fürs Organisieren.

Frau Aigner in Erdmannhausen

Besuch von Ministerin Ilse Aigner auf den Lemberghöfen in Erdmannhausen mit Kräuterbüfett.

Am Samstag kam Frau Aigner nach Erdmannhausen und hat sich über den Biokräuteranbau informiert. Gerne haben wir ihr und den anderen Besuchern ein Büfett mit Kräuterhäppchen zubereitet...

 

 

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Kräuterführungen, Gartenführungen und mehr - ein toller Tag in Hohenstadt
Sommerfest in Hohenstadt mit Kräutergarteneinweihung

Kräutergarten in Hohenstadt eingeweiht

Das Fest in Hohenstadt - ein toller Tag für Evi Kletti und die Kräuterpäadogen.

Wieder einmal zeigt sich, was Engagement und Freude an der Arbeit bewirken kann. Evis Garten - liebevoll gestaltet und mit vielen Details vorbereitet. Kräuter in ihrer Vielfalt zeigen, für Gruppen, Schulklassen, Gartenfreunde und für den Anbau.

Schön war es mitanzusehen, wie die Kolleginnen zusammengearbeitet haben.
Ein herzliches Dankeschön an alle.

Kräuterprodukte, Kräuteressen und -trinken ein Genuss

Gartenfahrt von BW Agrar zu 2 Kräuterpägoginnen

 

 

Zwei Fahrten führten dieses Jahr zu den Kolleginnen Jessica Buschmeier-Gundel und Waltraud Zink.

Jessica zeigte ihren Gundelgarten in Rot am See. Bei einer Kräuterführung erlebten die Teilnehmer ihren idyllischen Garten und die Wildkräuter in schönster Form. Kostproben wurden gereicht und das Verständnis für eine andere Sicht der Gartenbeikräuter geweckt.

Waltraud brachte die Köstlichkeiten in ihrem Blockhaus zur Winterhöhe in Gerabronn-Dünsbach auf den Teller und ins Glas. Sie bewirtete aufs leckerste und baute manch unbekanntes Wildkräuter in das Menü mit ein. So gab es unter anderem Brennessellspätzle, Beinwellschnitzel und Holunderküchle.

Eine gelungene Präsentation der beiden Betriebe.

Da hat sich nicht nur der Busfahrer gefreut.

 

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"Stark für das Land: Landliche Räume in BW"

 

 

 

 

 

 

 

Eine Tagung am 20. April 2013 in Stuttgart im neuen Schloss.

Die Kräuterpädagogen haben mit ihren Wildkräuterhäppchen und vielen Informationen über Kräuter die Pausen gestaltet.

Großes Interessen fanden teils unbekannt Genüsse wir Kornelkirschenbutter, Wiesentarte oder Brennesselbratlinge, Bärlauchkäseröllchen und Vogelmierenkräcker - auch süsse Häppchen durften nicht fehlen.

Schön war es zu sehen, wie interessiert unsere Angebote angenommen wurden.

 

 

Von unserer Kräuterpädagogin Doris Öppling:

Wildkräuter in der Küche auf dem Vormarsch

"Von wilden Kräutern und frechen Früchtchen" - das vielversprechende Motto einer Rundtour auf Götzinger Gemarkung macht richtig neugierig. Was die Natur im Herbst so alles zu bieten hat, das weiß die Naturerlebnisführerin und Kräuterpädagogin Doris Öppling am besten. Sie kennt viele Stellen rund um das Dorf, an denen es sich lohnt, einmal genauer hinzuschauen und die Pflanzenwelt unter freiem Himmel besser kennenzulernen.

Es ist ein wunderschöner Herbsttag mit milden Temperaturen. Die Sonne blinzelt vom Himmel und macht die Kräuterwanderung zu etwas ganz Besonderem. Von "A" wie Ackerschachtelhalm bis "Z" wie Zichorie reicht die große Palette der "wilden Pflanzen", denen die ganze Aufmerksamkeit der illustren Gruppe aus Frauen - und einem Mann - gilt.

Was die Natur an Gesundem und Essbarem hervorbringt, aber eher selten auf dem Teller landet, stellt Doris Öppling an Wiesen-, Hecken- und Waldrändern vor. "Unter den Linden" bei der Altheimer Hütte geht es los - mit dem Gedicht "Herbstbild" von Friedrich Hebbel, zur mentalen Einstimmung sozusagen. Und schon ist die Expertin richtig in ihrem Element, lässt die Teilnehmer mit Hilfe eines Lindenblattes den ersten Kontakt ins üppige Pflanzenreich aufnehmen.

Sofort fällt einer Dame der Lindenblütentee ein, der seine Wirkung bei Erkältungen als schweißtreibend entfaltet. Wer auf dieses Getränk schwört, muss sich allerdings im Frühjahr aufmachen, wenn die Bäume blühen. "Der Tee kann aber auch im Sommer lauwarm getrunken eine Delikatesse sein", wirft die Kräuterpädagogin ein.

In Vergessenheit geraten

Waren Wildkräuter viele Jahrzehnte fast völlig in Vergessenheit geraten, sind sie seit geraumer Zeit wieder auf dem Vormarsch. Sogar bei jungen Leuten, die sich bewusst ernähren wollen und der Natur auf der Spur sind. Die "Kräuterweibchen" von anno dazumal erleben quasi eine Renaissance, allerdings in einem modernen Gewand.

Während Doris Öppling bei ihrer Wanderung im Frühjahr vieles, was sprießt und blüht, erklärt, stehen im Herbst vor allem die Hecken, "wo alles rot und blau schimmert", im Mittelpunkt. Sie warnt gleich: "Nicht alles, was Sie hier sehen, ist auch essbar." So sind die Teilnehmer etwas vorsichtiger und greifen nicht nach jedem Halm und Strauch. Die Kräuterpädagogin klärt auf: "Der Löwenzahn ist zu Unrecht als Unkraut verschrien." Während er im Frühjahr mit Blättern, Blüten und Stängeln in unterschiedlicher Zubereitung die Frühjahrsmüdigkeit vertreibt, ist im Herbst die Sammelzeit der Wurzeln, mit denen man Likör ansetzen kann. "Es steckt eine unheimliche Kraft in der Pflanze", unterstreicht Öppling und führt die Interessenten anschließend an der Familie der "Wegerichs" vorbei.

Am wohl bekanntesten ist neben dem Breit- und Mittelwegerich der Spitzwegerich, dessen zerriebene Blätter bei Insektenstichen oder bei von Brennnesseln geröteten Hautstellen Linderung verschaffen sollen. Wer beim Sammeln sichergehen will vor dem gefährlichen Fuchsbandwurm, der laut Öppling sehr selten vorkomme, müsse die Kräuter und Beeren abkochen. Weit mehr soll man sich in der Region vor Zecken schützen, und sich nach dem Aufenthalt in der Natur auf das unliebsame Tierchen absuchen.

In der Volksheilkunde, die von Generation zu Generation weitergegeben wird, deren Wirkung aber in der Medizin nicht wissenschaftlich nachgewiesen ist, spielen die Wildkräuter eine bedeutende Rolle. Waldmeister beispielsweise kann im richtigen Maß gut gegen Kopfschmerzen helfen. Wer jedoch zu viel zu sich nimmt, bei dem kann es das Gegenteil bewirken. Man merkt, auch hier gilt das Motto: "Die Dosis macht das Gift".

"Finger weg" heißt es beim Zwergholunder, den man in der Küche lieber nicht verwenden sollte. Dafür ist der "schwarze Holunder" umso populärer. Er wird auch gern als "heiliger Baum" bezeichnet, der früher an jedem Haus stand und den Hof bewachte. Aus den Blüten lässt sich leckerer Sirup zubereiten ("Hugo" lässt grüßen) oder auch Tee. Die Früchte, die man keinesfalls roh verzehren sollte, eignen sich für Saft und Gelees. Gut für das Herz ist der Weißdorn bekannt, aus dessen roten Früchten man Marmelade zubereiten kann. Und eine wahre Vitamin C-Bombe sind die feuerroten Hagebutten, die sich - allerdings ohne die Fruchtkerne - ebenfalls zu einem leckeren Brotaufstrich verarbeiten lassen. In den höchsten Tönen lobt Doris Öppling die Schlehe, denn aus ihren dunkelblauen Beeren lässt sich ein absolut köstlicher Likör herstellen.

Gaumenschmaus

Die Gruppe war ganz begeistert von den unzähligen Wildkräutern, die von der Schafgarbe bis zum Giersch, vom Wiesensalbei über den Rotklee bis zur Brennnessel und dem Wiesenlabkraut reichen. Dass sie in der Küche ein Gaumenschmaus sein können, das durften die Naturliebhaber am Ende der Rundwanderung auf dem Waldsofa erleben bei Wildkräuterbutter, Gänseblümchen-Tzatziki, vegetarischem Schmalz, Gundermann-Konfekt, Löwenzahngelee, Melissen-Eistee und Holunderpunsch. Einfach köstlich.

 

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