Winter

Rückzugszeit der Natur. Von vielen ungeliebt, ist es doch dunkel, kalt und ungemütlich. Eine von 4 Jahreszeiten – ich bin froh das wir sie haben. Im ewigen Sommer könnte ich nicht leben.

Der Winter kommt nach dem Herbst. Herbst heißt Rückzug der Natur. Die mehrjährigen Pflanzen ziehen sich in ihre Wurzeln zurück. Die Laubbäume werfen geordnet ihre Blätter ab. Vorher ziehen sie die wichtigen Nährstoffe zurück. Dieses Phänomen konnten wir in den letzten Wochen beobachten. Jeder Baum entscheidet für sich wann er seine Blätter „kappt“, wann der den richtigen Zeitpunkt sieht zwischen „ich denke ich habe genug eingelagert und ich will mich nicht von einem überraschenden Frost schädigen lassen“. Tolle Einrichtung diese Natur, ich bin immer wieder überrascht, je mehr ich darüber lerne.

Da fallen mir seit einigen Jahr die Erlen an unserem Mühlbach auf. Kein Anzeichen von Herbstfärbung- warum? Ich habe Nachforschungen angestellt und die Erklärung lautet: die Erle steht am Wasser, kann mit ihren Nährstoffen/Wasser/ etc. pfunden, sie macht andere (Knöllchenbakterien) für sich zu Nutze… sie hat es nicht nötig ihre Kräfte einzuteilen.

Das trifft auf die meisten Menschen – einschließlich mir – nicht zu. Ich muss mit meinen Kräften im Winter haushalten – eine Winterruhe ist angesagt. Eine Zeit in der das Leben nach Innen geht, der geordnete Rückzug zu den wichtigen Dingen des Lebens. Zu den inneren Werten, der Wärme von lieben Menschen und Holzfeuer. Da darf auch Zeit für Sprachlosigkeit – Stille und Einkehr sein. Eines meiner Lieblingsgedichte für diese Jahreszeit ist von Fr. W. Weber:
 

Es wächst viel Brot in der Winternacht,
Weil unter dem Schnee frisch grünet die Saat;
Erst wenn im Lenze die Sonne lacht,
Spürst du, was Gutes der Winter tat.-
Und deucht die Welt dir öd und leer,
Und sind die Tage dir rauh und schwer:
Sei still und habe des Wandels acht:
Es wächst viel Brot in der Winternacht.

Ein Ansatz der mir gut tut- gerne lade ich Sie ein es auch mal zu versuchen. Winter erleben. Wachstum im Inneren – Rückzug und dann im Frühling frische neue Kraft.

In diesem Sinne ein „besinnliche“ Zeit, gerne auch in der kahlen Natur des Winters: Spaziergänge, warme Räume, Familie, Freunde und die Gewissheit, es wird wieder Frühling und die Zeit bis dahin ist nicht unnütz, sondern sehr wertvoll.

 

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