Hauswurz

 

Hauswurz, Dachwurz, Steinrose oder Donnerkraut. Nur eine kleine Auswahl von Namen die diese Pflanze in den unterschiedlichsten Regionen bekommen hat. Ihr botanischer Name Sempervivum „semper“ gleich „immer“ und „vivus“ gleich „lebend“ verdeutlicht schon das diese Pflanze sehr genügsam ist. Praktisch auf den kargsten Flächen wachsen kann.

Kälte, Hitze, Wassermangel können ihr nichts anhaben. Nur ein Boden mit zuviel Humus mag sie nicht. Zudem stirbt die Pflanze nach der Blüte ab. Was allerdings nicht schlimm ist, denn in diesem Stadium hat sie bereits für eine Menge Kindle direkt zum sich gesorgt.

Die Sempervivum tectorum ist die häufigste Hauswurz Art. Mit bis zu 7000 verschiedenen Sorten hätte jeder Sammler hier seine Lebensaufgabe gefunden.

Aber nicht nur Tausende von Sorten sind bekannt. Sondern auch bis zu 200 verschiedene Arten die auf der ganzen Welt verstreut sind. Biologen gehen davon aus, dass die Gattung Sempervivum eine der jüngsten Gattungen in der Familie der Dickblattgewächse ist, von der vermutet wird, dass sie sich noch nicht in einer stabilen Phase ihrer Evolution befindet. Sie ist also noch mitten in ihrer Mutation.

Aber sie ist nicht nur schön, sortenreich und nahezu unverwüstlich. Sie hat zudem auch einiges an Inhaltsstoffen und Heilkraft zu bieten.

Sie ist quasi die winterharte Antwort auf die Aloe. Obwohl diese zwei Pflanzen zu unterschiedlichen Familien gehören. Wie die Aloe kann ihr Blatt aufgeschnitten und das innere Gel auch bei Schürfwunden, Verbrennungen, Sonnenbrand, Ekzeme, Geschwüren, Hühneraugen oder Insektenstichen angewendet werden. Selbst bei Prellungen und Zerrungen soll sie Linderung verschaffen können.

Ihre wichtigsten Inhaltsstoffe sind: Harze, Tannine, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Pflanzenschleim, Apfel und Ameisensäure, sowie etliche verschieden Vitamine.

Eine Wundsalbe aus der Hauswurz ist einfach zuzubereiten:

8-10 Blätter sehr klein schneiden und im Wasserbad mit einem hochwertigen Öl (z. B. Sonnenblumen, Kokos, Mandel oder Olivenöl in Bioqualität) erhitzen. Das Öl sollte nicht kochen. So kann man unter rühren die Inhaltsstoffe der Dachwurz ins Öl ausziehen. Nach ca. 20 min. das Öl absieben. 10% Bienenwachs zugeben und wieder im Wasserbad erhitzen bis das Wachs vollständig geschmolzen ist. Optional noch einige Tropfen ätherisches Lavendelöl einrühren und in kleine, vorbereitete Gläschen abfüllen. Deckel erst schließen wenn die Salbe komplett erkaltet ist. Beschriften nicht vergessen.

Natürlich kann man so auch andere Kräutersalben herstellen. Oder auch die verschiedenen Pflanzen die zueinander passen mischen. Z. B. würden sich Ringelblumenblüten oder Arnikablüten als weitere Zugabe in der Dachwurzsalbe eignen.

Und wer diese verkannte Schönheit nicht als Heilmittel benutzen möchte, kann damit all die Stellen begrünen die sonst brach liegen würden. Sie ist z. B. zur Flachdachbegrünung geradezu ideal. Der Volksmund sagte früher dass sie Blitzeinschläge abhalten würde. Aber vielmehr ist sie auf jeden Fall eine Bereicherung für unsere schwindenden Insekten.

 

von unserer Kräuterpädagogin Daniela Somers

 

An dieser Stelle finden sie auch im neuen Jahr wechselnde Beiträge unserer Mitglieder zum Thema Natur. Wir freuen uns über die Beitrage der KollegInnen.

 

 

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